Friedenslauf der Berliner SchülerInnen

10 Jahre: Laufen für den Frieden – Mit Schule ohne Militär auf der Strecke

Zum 10. Mal hat heute der Friedenslauf der Berliner SchülerInnen auf der Straße des 17. Juni stattgefunden. Start war am Brandenburger Tor.

Wir vom Berliner Bündnis Schule ohne Militär waren mit SchülerInnen und Schülern vor Ort und halfen bei der Abrüstung von Bundeswehr Schulheften, die uns einige Klassen mitgebracht hatten.

Der Werbeinband mit Bundeswehrreklame wurde abgerissen und die SchülerInnen konnten sich einen neuen Einband gestalten. (s. Bild 4)

Der Abrüstungsvorgang live
Alle 4700 SchülerInnen sammeln sich am Brandenburger Tor.
Der Lauf hat begonnen – jede Runde zählt, denn die Sponsoren zahlen für Aktivitäten zur Unterstützung von Flüchtlingen und für den Frieden.

Kein Werben fürs Sterben!

Karriereberatung live – schon vor dem Messegelände durch uns

In Berlin fand heute auf dem Gelände der STATION-Berlin die Messe vocatium Berlin – Fachmesse für Ausbildung und Studium statt.. Sie bietet viele Informationen bei der Jobsuche. So waren auch wieder Tausende Berliner Schüler vor Ort – aber auch die Bundeswehr.

Deshalb waren wir mit dem Berliner Bündnis Schule ohne Militär mit 8 Aktiven ebenfalls da und konnten in kurzer Zeit mehr als 600 Flyer verteilen in denen wir vor eine zweifelhaften Karriere bei der Bundeswehr warnen mussten.

Das Töten und Getötet-werden ist kein normaler Beruf!

Die Werbung der Bundeswehr unterschlägt völlig, dass es sich um eine Arbeit handelt bei der Menschen, meist Zivilisten, getötet und verstümmelt werden. Das Töten von Menschen zu erlernen war nie, ist es auch heute nicht und darf auch zukünftig keine “normale” Berufsausbildung sein. Der grundgesetzliche Auftrag der Bundeswehr zur Landesverteidigung hat sich mangels “Feinden” spätestens seit 1989 erledigt. Die sogenannten Auslandseinsätze seither waren Kriege (Jugoslawien, Somalia, Afghanistan, ..), die mit dem grundgesetzlichen Auftrag der Selbst- oder Landesverteidigung nichts zu tun haben.

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Keine Daten für die Bundeswehr

Die Daten von Jugendlichen werden an die Bundeswehr weitergegeben. Du kannst Dich dagegen wehren!

Städte und Gemeinden geben die Namen und Adressen von jungen Menschen, die demnächst volljährig werden, an die Bundeswehr. Diese schickt denen dann Werbematerial für den Dienst in der Bundeswehr.
Die gesetzliche Grundlage dafür ist § 58c des Soldatengesetz. Übermittelt werden jeweils bis zum 31. März die Daten zu Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, die im nächsten Jahr volljährig werden. Da es keine Wehrpflicht mehr gibt ist das eigentlich „völlig überflüssig“. Trotzdem wurde die Regelung aus dem Wehrpflichtgesetz unverändert so übernommen.

Im so genannten Spannungs- und Verteidigungsfall sind dann alle Männer gemäß Wehrpflichtgesetz ab dem 18. Geburtstag „wehrpflichtig“. Neu ist nun, dass auch die Daten weiblicher Jugendlicher erfasst und der Bundeswehr übermittelt werden, um zu versuchen, sie für den Kriegsdienst anzuwerben.

Deine Daten gehören Dir!

Jede/r kann der Datenweitergabe an die Bundeswehr widersprechen. Dies regelt § 18 Absatz 7 des Melderechtsrahmengesetzes (MRRG):
„(7) Eine Datenübermittlung nach § 58c Absatz 1 des Soldatengesetzes ist nur zulässig, soweit die Betroffenen nicht widersprochen haben. Die Betroffenen sind auf ihr Widerspruchsrecht bei der Anmeldung und im Oktober eines jeden Jahres durch öffentliche Bekanntmachung hinzuweisen.“

Die DFG-VK empfiehlt einen Brief an die örtliche Meldebehörde:

An die Stadt
Musterstadt  
Meldebehörde/Bürgerdienste/Bürgeramt/Rathaus  
Beispieistr. l l
Meldestelle
12345 Musterstadt

Sehr geehrte Damen und Herren,
Datum:  xx.xx .201x
ich widerspreche gemäß § 58c Abs. 1 SG und § 18 Abs. 7 MRRG der Übermittlung meiner Daten an das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr für meine Person. Ich bitte um eine schriftliche Bestätigung.

Ich möchte keine Informationen oder Werbematerial fürs Militär erhalten und möchte auch sichergehen, dass die Bundeswehr nicht in den Besitz meiner Daten gerät.
Mit freundlichen Grüßen
Hannah Mustermann
Beispieistr. 1
12345 Musterstadt
geb. xy.xy.xyxy in X-Stadt


Weitere Infos gibt es bei der DFG-VK https://www.dfg-vk.de/thematisches/schulfrei-fuer-die-bundeswehr

Die Bundeswehr umgarnt Schüler mit Abenteuercamps

Die Bundeswehr organisiert Turniere in Beachvolleyball und Beachsoccer (Strandfußball) – Toll, denkt sich so manche Schülerin und mancher Schüler, sogar „sämtliche Kosten inklusive Bahnreise, Unterbringung und Verpflegung übernimmt die Bundeswehr“ …

… aber „Bw-Beachen 2015: Bundeswehr lädt 16- und 17-Jährige aus ganz Deutschland zum Teamsport-Event ein“ ist natürlich nur Werbung für die Bundeswehr.

Die Zettel mit dieser Einladung hatten die SchülervertreterInnen des Lichtenberger Johann-Gottfried-Herder-Gymnasiums vom Schulsekretariat erhalten.

Wenn auf dem Briefkopf bereits „Yes4you.bundeswehr“ prangt, dann ist Vorsicht geboten. Töten und Getötet-werden ist kein normaler Beruf!

Die Werbung der Bundeswehr unterschlägt völlig, dass es sich um eine Arbeit handelt bei der Menschen, meist Zivilisten, getötet und verstümmelt werden. Das Töten von Menschen zu erlernen war nie, ist es auch heute nicht und darf auch zukünftig keine “normale” Berufsausbildung sein.

Mehr über die „niedrigschwellige“ Werbung der Bundeswehr und die Millionen unserer Steuergelder, die sie dafür ausgibt, gibt es in dem  Artikel der Berliner Zeitung http://www.berliner-zeitung.de/berlin/einladungen-an-berliner-schulen-verschickt-die-bundeswehr-umgarnt-schueler-mit-abenteuercamps,10809148,30811060.html

Bildungsminister Baaske gegen Bundeswehrwerbung

Baaske gegen Werbung der Bundeswehr in Schulen

Nach Ansicht von Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) sollte die Bundeswehr Schulbesuche nicht für die Nachwuchssuche nutzen.

„Es darf natürlich keine Werbung und erst recht keine Nachwuchswerbung für die Bundeswehr stattfinden“, sagte er Ende April im Potsdamer Landtag. Eine sachliche Darstellung der Bundeswehr sei möglich, es dürfe aber keine einseitige Beeinflussung stattfinden,

Mehr dazu in der Berliner Zeitung am 30.4.15

Infostand auf dem MyFest

Wieder hatten wir schönstes Sommerwetter auf dem Kreuzberger MyFest.

Schon kurz nach 11h war unser Infostand gut bestückt. Wir vom Bündnis Schule ohne Militär haben unsere Flyer ausgelegt, die wir auch an Schulen verteilen, möglichst bevor die Bundeswehr dort erscheint.

Auch für den Anti-Drohnen Appell der Friedensbewegung konnten wir fleißig Unterschriften sammeln und auf die Gefahren durch Kampfdrohnen aufmerksam machen.

Am späten Nachmittag war es so voll auf dem Fest, dass sich die Besucher nur noch an den Ständen vorbei schieben konnten.Bis dahin hatten wir schon über 400 Flyer zur Demonstration und Kundgebung der Berliner Friedensbewegung am 10. Mai verteilt.

Werben um Kanonenfutter

„Mehr als 150 Mal tritt die Bundeswehr allein im laufenden Quartal bei Messen und Jobbörsen auf. Gut 200 Mal belästigen Offiziere im Werbeeinsatz zudem Schüler an Gymnasien, Real- und Berufsschulen sowie in speziell angebotenen Seminaren. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervor. Außerdem gibt es noch den »KarriereTreff Bundeswehr«, etwa beim »Mühlhäuser Pflaumenblütefest« ab dem 22. Mai oder eine Woche später beim »Sachsen-Anhalt-Tag« in Köthen. Auch bei der »Kieler Woche« im Juni versucht die Armee, neue Rekruten abzugreifen. Dabei präsentiert sich die Bundeswehr als »ganz normales« Unternehmen und Karrierechance. Töten und Sterben finden in der Selbstdarstellung praktisch nicht statt. “

So berichtet die Junge Welt am 30.4.15 über das „Werben zum Sterben“. http://www.jungewelt.de/2015/04-30/001.php

Das Töten und Getötet-werden ist kein normaler Beruf!

Die Werbung auf dem Bundeswehr-Messestand unterschlägt völlig, dass es sich um eine Arbeit handelt bei der Menschen, meist Zivilisten, getötet und verstümmelt werden. Das Töten von Menschen zu erlernen war nie, ist es auch heute nicht und darf auch zukünftig keine “normale” Berufsausbildung sein. Der grundgesetzliche Auftrag der Bundeswehr zur Landesverteidigung hat sich mangels “Feinden” spätestens seit 1989 erledigt. Die sogenannten Auslandseinsätze seither waren Kriege (Jugoslawien, Somalia, Afghanistan, ..), die mit dem grundgesetzlichen Auftrag der Selbst- oder Landesverteidigung nichts zu tun haben.

Eine „zweifelhaft linksorientierte Gesinnung“ wird bei Ablehnung der Bundeswehr vermutet

FriedenstaubeEin Bamberger Schüler der 10. Klasse einer Bamberger Wirtschaftsschule wollte nicht, dass zu einem Berufswahlseminar auch die Bundeswehr erscheint. Eine Karriere als Panzerfahrer oder Fallschirmjäger? Das kommt für ihn  nicht infrage.

Er ist dann trotzdem dabei und stellt Fragen: nach der Ausrüstung der Bundeswehr,  nach den Bomben, die in Afghanistan auf entführte Tanklaster fielen und mindestens 91 Menschen töteten. In der Pause geht er zu seinen Freunden, die vor der Schule gegen die Armee demonstrieren, „kein Werben fürs Sterben“, fordert ein Banner.

Als er danach wieder zurück will, soll der Hausmeister seine Taschen durchsuchen. Er verweigert dies, die Polizei wird geholt und er erhält vom Schulleiter einen „verschärften Verweis“, der seine weitere Schullaufbahn gefährden kann.

Erst nach heftiger Kritik und viel Solidarität von Mitschülern und der Bamberger Öffentlichkeit hat die Bamberger Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule diesen „verschärften Veweis“ zurückgezogen.

Mehr dazu bei http://www.taz.de/!155262/
http://www.spiegel.de/schulspiegel/bamberg-schueler-bekommt-verweis-fuer-protest-gegen-bundeswehr-a-1023724.html
http://www.br.de/nachrichten/oberfranken/inhalt/bundeswehr-eklat-stauffenberg-schule-bamberg-100.html
http://www.br.de/nachrichten/oberfranken/inhalt/bamberger-wirtschaftsschule-schueler-macht-verweis-oeffentlich-100.html

Karriereberatung schon vor dem Eingang zur Messe „Made in Berlin“

„Made in Berlin“ bitte ohne Bundeswehr!

Wieder waren wir mit 7 Aktiven bereits vor Eröffnung der Berliner Karriere- und Job-Messe „Made in Berlin“ im Berliner Postbahnhof vor Ort und konnten die Besucher über die Gefahren einer zweifelhaften Karriere bei der Bundeswehr warnen.

Das Töten und Getötet-werden ist kein normaler Beruf!

Die Werbung auf dem Bundeswehr-Messestand unterschlägt völlig, dass es sich um eine Arbeit handelt bei der Menschen, meist Zivilisten, getötet und verstümmelt werden. Das Töten von Menschen zu erlernen war nie, ist es auch heute nicht und darf auch zukünftig keine “normale” Berufsausbildung sein. Der grundgesetzliche Auftrag der Bundeswehr zur Landesverteidigung hat sich mangels “Feinden” spätestens seit 1989 erledigt. Die sogenannten Auslandseinsätze seither waren Kriege (Jugoslawien, Somalia, Afghanistan, ..), die mit dem grundgesetzlichen Auftrag der Selbst- oder Landesverteidigung nichts zu tun haben.

Unser Flyer, die wir heute verteilt haben,  verfremdete die Werbung der Bundeswehr zur Satire. Damit haben wir auch die „Bundeswehr-Fans“ unter den Besuchern zum Griff nach dem Flyer animiert.

Spätestens der Blick auf unser großes Transparent machte  jedem/r BesucherIn unser Anliegen deutlich.

(K)ein Shop zum „Dienen“

Protestkundgebung: Nein zum Krieg – Bundeswehr wegtreten!

Heute haben wir bei der Eröffnung des ersten Bundeswehr Shops, eines „Show-Rooms“, der Bundesverteidigungsministerin Gesellschaft geleistet, um ihr unseren Protest dagegen deutlich zu machen.

Scheinbar vorgewarnt kam die Ministerin eine halbe Stunde früher zum Termin. Unserer Forderung nach einem Ende der Werbeorgie für die Bundeswehr konnte sie dennoch nicht entgehen. Unsere beiden sehr deutlichen Transparente haben klar gemacht: Das Töten und Getötet-werden ist kein normaler Beruf!

Die wenigen Besucher ihrer Veranstaltung, aber auch die reichlich vertretene Presse konnte lesen:

Ein Koch lernt kochen,
ein Schlosser schrauben,
ein Soldat töten!
Ohne mich – lieber einen zivilen Arbeitsplatz!


Fazit: Es gibt am S-Bahnhof Friedrichstr. einen Bäckerladen weniger, dafür nun einen „Dienen“-Laden.

Einen kleinen Eindruck von unserer Aktion liefert dieser Ausschnitt aus der Tagesschau vom 19.11.2014:

Wir können nur hoffen, dass alle Menschen einen großen Bogen um den „Showroom“ machen.

Falls Sie zu den Menschen gehören, die die Bundeswehr toll finden, haben wir hier noch einen unterstützenden Film für Sie:

Für diejenigen, die trotzdem auf dieses neue Werbe-Format reinfallen. ist dann daneben gleich eine Apotheke …