Bundeswehr spielt Krieg auf der #gamescom

Bei Kritik stellt sich die Bundeswehr tot

Auch auf der Spielemesse #gamescom „spielt“ die Bundeswehr mit – sogar mit schwerem Gerät. Aber Krieg ist kein Spiel. Deshalb sind Kritiker vor der Messe und klären auf, denn am Stand der Bundeswehr geht es nur in eine Richtung – auf in den Kampf!

Aber die Auslandseinsätze der Bundeswehr sind kein Spiel – höchstens eins mit dem Feuer …

Dies hinterfragt ein kritischer Bericht des WDR https://www.youtube.com/watch?v=fbE-xClq40A

Angeblich sind alle Beiträge der Bundeswehr von der #gamescom, die sie mit bekannten Youtubern schmückt online auch kritisch zu hinterfragen. Als der Reporter, anmerkt, dass Kommentare in Snapchat nicht möglich sind, findet er plötzlich keinen Ansprechpartner für sein Interview.

So sieht Transparenz bei der Bundeswehr aus.

Ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=fbE-xClq40A

 

Dritte Schule in Berlin ist „Bundeswehr-frei“

Zukünftig keine Bundeswehr an der Fritz-Karsen-Schule in Berlin

Die Gesamtkonferenz der Fritz-Karsen-Schule hat kürzlich folgenden Beschluss gefasst:

Die Gesamtkonferenz möge beschließen, keine Werbung der Bundeswehr, z.B. in Form von Informationsmaterial oder beim Ausbildungsmarkt, zuzulassen.
Hierzu gehören z.B.:

  • Kooperationsverträge mit der Bundeswehr
  • Einladen von Bildungsoffizieren in den Unterricht oder zu schulischen Veranstaltungen
  • Werbung für Praktika in Bundeswehreinrichtungen
  • Exkursionen zu Bundeswehreinrichtungen oder von der Bundeswehr durchgeführten Veranstaltungen
  • Werbung für Ausbildungsgänge bei der Bundeswehr oder für ein Studium an einer Bundeswehrhochschule
  • Teilnahme der Schule an Wettbewerben, Jugendmessen, Arbeitsplatzbörsen, die von der Bundeswehr ausgestaltet werden.
  • Das Verteilen von Werbematerialien der Bundeswehr

In der Begründung heißt es unter anderem:
… Die Bundeswehr rekrutiert seit Jahren Minderjährige, was weltweit in nur 25 anderen Ländern der Fall ist (z.B. Tschad, Kongo, Burma…). Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes, der die Einhaltung der Kinderrechtskonvention und der Zusatzprotokolle kontrolliert, empfahl der Bundesregierung 2008, »das Mindestalter für die Rekrutierung auf 18 Jahre zu erhöhen, um den Schutz des Kindes durch insgesamt höhere gesetzliche Standards zu fördern«. Auch die Militärwerbung an Schulen wurde vom Ausschuss schon kritisiert.[1]

Der Wehrdienst ist kein normales Ausbildungsverhältnis. Jugendliche unterschreiben Verträge bis zu 12 Jahren und können nach der Probezeit von 6 Monaten diese Verträge nicht regulär verlassen. Sie werden mit Erwachsenen untergebracht und werden in Techniken der Kriegsführung ausgebildet, einschließlich der simulierten Tötung (während wir im Unterricht vor „Killerspielen“ warnen). Untersuchungen in der britischen Armee (die 16 und 17-Jährige rekrutiert) zeigen, dass unter den jüngsten Rekrutinnen und Rekruten die Fälle von psychischen Traumata wie PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung), Mobbing, Selbstverletzung und Selbstmord deutlich höher sind als bei Erwachsenen.

Die Bundeswehr wirbt aber bei Jugendlichen intensiv um Nachwuchs. Im Vordergrund steht dabei die Darstellung der Bundeswehr als Ort für „Abenteuer“ und „jede Menge Fun“.[2]

Unsere Schule sollte mit gutem Beispiel vorangehen und Kinderrechte stärken. Wir können die Jugendlichen vor Werbemaßnahmen, die über all die genannten Risiken schweigen, schützen, so lange sie Teil dieser Schule sind.

Darüber hinaus sieht die Gesamtkonferenz die Teilnahme der Bundeswehr an dem Ausbildungsmarkt in Widerspruch zu §1 Berliner Schulgesetz: „Ziel [der Schule] muss die Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, […] das staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage… des Friedens, […] zu gestalten.“


1) Deutsche Friedensgesellschaft, Vereinigte KriegsdientsgegnerInnen: Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen: https://www.dfg-vk.de/rekrutierungen-der-bundeswehr/bundeswehr-wirbt-und-rekrutiert-minderjaehrige-und-missachtet-damit-die-kinderrechte-429, aufgerufen am 03.02.2017.

2) Terre des hommes: Minderjährige und Bundeswehr, https://www.tdh.de/was-wir-tun/arbeitsfelder/kinder-im-krieg/materialien-links-adressen/, aufgerufen am 03.02.2017.

Kommt am 30.6. zum Jugendforum 2017 !

Berlin, wir müssen reden – jetzt erst recht.

… mitbestimmen, mitmischen, einmischen, aufmischen, …

am Freitag, den 30.6.17 von 11-19h auf dem Tempelofer Feld, Nord-Ost-Eingang Herrfurthstr./Oderstr.

Wir wollen mit euch die Bundeswehr abrüsten!

Mit Millionenaufwand versucht die Bundeswehr uns zu locken bei ihren Kriegsspielen mitzumachen. Das wollen wir nicht! Auch wenn fast monatlich Werbematerial der Bundeswehr in unsere Schulen flattert, werden wir dies einfach abrüsten, in dem wir aus den ansonsten schönen Schreibheften die Bundeswehr-Werbung entfernen und uns selbst Deckblätter mit Friedenstauben, Friedensponys und Friedensblümchen … malen.

Das schafft eine friedlichere Welt und nützt dem Umweltschutz. Genau das könnt ihr an unserem Aktionsstand machen.

Aber es gibt noch viel mehr zu sehen! Kommt vorbei!

Als Festival für junge Politik bietet das jugendFORUM (#jufo) jährlich eine Plattform für den Dialog zwischen über 800 jungen Berliner*innen und Berliner Politiker*innen.

Einen Tag lang geht es um die großen, dabei auch konkreten Fragen:

Wie wollen wir in dieser Stadt zusammen leben, lernen und wohnen. Vom Skaterpark im Kiez, queerer Schulpolitik bis hin zur Frage, wer eigentlich wählen darf und warum – die Themen setzen die Jugendlichen selbst; in Diskussionen, Workshops und auf der Bühne stellen sie Politiker*innen zur Rede und verschaffen ihren Forderungen Gehör.

Zu neun Themenschwerpunkten können Jugendliche mit den Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft  diskutieren. An über 30 Aktionsständen können die verschiedensten Aktivitäten von Tanz über Malen bis zum Buttons prägen ausprobiert werden.

Kommt vorbei!

Zahl minderjähriger Soldaten erreicht Höchststand

Der Nachwuchsmangel bei der Bundeswehr treibt seltsame Blüten. Auf eine Anfrage der Fraktion der Linken erklärte das Bundesverteidigungsministerium, dass die Zahl der Minderjährigen, die bei der Bundeswehr Dienst täten, seit 2011 von 689 auf aktuell 1576 pro Jahr gestiegen ist.

Über 1500 Menschen sind also derzeit als jugendliche Kindersoldaten bei der Bundeswehr „tätig“.

Dies sei „ein Skandal“, sagte Norbert Müller, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Linksfraktion, der „Welt“. „Militärische Interessen dürfen nicht länger Vorrang vor den Schutzrechten von Kindern und Jugendlichen haben.“ Mit der Rekrutierung müsse „endlich Schluss sein“.

Da das Parlament sich zum sogenannten Straight-18-Ziel bekannt habe, also der Forderung, das Mindestalter für Soldaten weltweit auf 18 Jahre festzulegen, hat die Linksfraktion  einen Antrag im Parlament eingebracht, in dem gefordert wird, die Rekrutierung Minderjähriger und deren Ausbildung an der Waffe unverzüglich zu beenden.

Dieser Forderung können wir uns nur anschließen!

Mehr dazu bei http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-zahl-minderjaehrige-soldaten-erreicht-hoechststand-a-1120619.html
und https://www.welt.de/politik/deutschland/article159375716/Zahl-der-minderjaehrigen-Soldaten-steigt-auf-Rekordhoch.html
und https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_B%C3%BCndnis_Kindersoldaten

Grundschüler sollen „unseren Soldaten“ den Krieg versüßen

Lachgummi, Toffifee und Dosenwurst für „unsere Krieger“

Schüler der 5. Klassen des Max-Born-Gymnasiums in Neckargemünd bei Heidelberg haben für ihre deutschen Soldaten in Afghanistan Bilder gemalt und Süßigkeiten und andere kleine Geschenke gesammelt und diese vor den Osterfeiertagen korrekt frankiert ins deutsche Felddlager im Kriegsgebiet geschickt.

Wie kommen 10-12 jährige Kinder auf so eine Idee? Natürlich gar nicht!
Die LehrerInnen an der Schule müssen die Kinder dazu überredet haben, wie auch das Kollegium das Porto für die süße Feldpost übernommen hat.

Was ist die Folge für die LehrerInnen, die sich weit vom Beutelsbacher Konsens, dem ausgewogenen Unterrichten, entfernt haben? Erstaunlicherweise jubelt die Lokalpresse und natürlich Abgeordnete von CDU und FDP. Linke und Friedensgruppen, die bei dem Freudenchor nicht mitgemacht haben stehen nun wegen Nestbeschmutzung unter Beschuss.

Das Verschicken von Osterpaketen an Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan Max-Born-Gymnasiums „unterstützt aktiv den Krieg der Bundeswehr am Hindukusch und instrumentalisiert Kinder für einen aktuellen militärischen Konflikt“, kritisiert Anja Lorenz vom Kreisvorstand Kraichgau-Neckar-Odenwald der Partei Die Linke. In ihrer Mitteilung vom 18.4. heißt es: Die Kleinen würden zu Akteuren in einem Konflikt gemacht, „dessen Tragweite sie noch gar nicht ermessen können“. Schlimmer noch sei aber, die Aktion setze voraus, dass die Kinder den Auslandseinsatz der Bundeswehr bejahten, die „Arbeit“ der Soldaten würdigten und den Soldatenstand als normalen Beruf empfänden, wenn sie ihn nicht sogar gegenüber zivilen Berufen idealisierten.“

Einzelne LehrerInnen wiesen darauf hin, dass die Aktion für die SchülerInnen freiwillig gewesen sei. Unklar blieb, ob die Möglichkeit einer Nichtteilnahme  in Parallelklassen während der Malstunden überhaupt angeboten wurde und ob sie genutzt worden ist.

Hoffentlich haben die unglaublichen 41 Kilogramm Leckereien bei den Soldaten wenigstens zu einem Unwohlsein in der Bauchgegend geführt …

Mehr dazu bei https://www.rubikon.news/artikel/versusster-krieg

Nur ein „Haltungsproblem“ in der Bundeswehr?

Jetzt Stopp-Schild für Triebtäter, Machos, Nazis und Herrenmenschen?

Wir erinnern uns? 2009 erließ die damals als Familienministerin Tätige das Zugangserschwerungsgesetz und wir fragten sofort „Zugangserschwerungsgesetz formell verfassungswidrig? „. Nach der Weigerung des Bundespräsidenten diesen Unsinn zu unterzeichnen und kurzer Zeit der Unwirksamkeit wurde das aus für „Zensursula“ und Websperren durch schwarz-gelb verkündet.

Damals wollte sie Kinderpornografie hinter einem Stopp-Schild verbergen. Heute nun verkündet sie ein Haltungsproblem bei der Bundeswehr. Das tut sie verbal sehr lautstark. Konsequent wäre dann, dass sie ein ähnliches Stopp-Schild für die Personengruppen erfindet, die ihr jetzt die Karriere gefährden.

Auf die Frage: „Der MAD bearbeitet derzeit 280 Verdachtsfälle von Rechtsextremismus. Was ist denn da grundsätzlich los bei der Bundeswehr?“ antwortet sie im ZDF Interview: „… Ausbildung und zwar von den Mannschaften bis zu der Offiziersebene, dass wir sehr genau gucken, wer ist bei uns und wen wollen wir nicht bei uns haben… Damit wir eine breite Debatte führen, und das ist mein Anliegen: Wir müssen eine breitere, eine offene Debatte in den Bundeswehr führen: Wo stehen wir, was ist unsere Haltung. Vieles kann toleriert werden, aber nicht toleriert werden kann politischer Extremismus, Rechtsextremismus und religionsbedingter Extremismus.“

Leider hat der Reporter nicht gefragt, warum die vielen anderen Fälle rechtsextremer Gesinnung, wie z.B. bei einem der NSU-Täter und dem aktuellen Fall nicht weitergegeben sondern einfach  toleriert wurden, wenn obige Aussage ihre Dienstanweisung war.

Auch die Fälle von sexualisierter Herabwürdigung unter Soldaten durch ekelhafte Aufnahmerituale und der Missbrauch von Soldatinnen durch Soldaten und Vorgesetzte sind nicht durch ihre Nachforschungen bekannt geworden sondern durch die Betroffenen selbst. Aus der US-Armee wissen wir, dass jede 3. Soldatin in ihrer Dienstzeit sexuell belästigt oder vergewaltigt wird, das sind in den USA 20.000 Opfer pro Jahr. Die Mehrzahl bleibt aus Angst und dem „Korpsgeist“ ungesühnt, denn dieser richtet die Aggressionen generell auf die Opfern und nicht die Täter. (stern 20.4.17, S.52ff)

Abschließend können wir nur fragen, wie kann sie sich über „auch falsch verstandenen Korpsgeist“ empören, wenn sie selbst in den Videoclips der millionen-schweren Werbekampagne für die Bundeswehr genau diesen „Korpsgeist“ ständig beschworen hat. Aus diesem Widerspruch resultiert scheinbar auch die Wut bei den Bundeswehrverbänden, die seit Jahren in genau einem solchen Korpsgeist gelebt haben. Zu dem „Bürger in Uniform“, der in den 70-er Jahren beschworen wurde ist die Bundeswehr mit der Maxime von Befehl und Gehorsam nie gekommen.

Als grundsätzliche Gegner von Bundeswehreinsätzen im Ausland würden wir auch nach dem Verhalten der Soldaten gegenüber Zivilisten „im Kriegsgebiet“ fragen. Da schaut Frau von der Leyen wohl lieber nicht hin.

Wie die Tagesschau schreibt: Auf die Äußerungen seiner Chefin angesprochen, verweist ein hoher Offizier auf deren eigene Führungsverantwortung: „Im Grund kann man doch sagen: Der Fisch stinkt vom Kopf her.“

Mehr dazu bei https://www.tagesschau.de/inland/bundeswehr-leyen-101.html
und http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-04/ursula-von-der-leyen-bundeswehr-kritik-haltungsproblem-soldat-terrorverdacht
und wesentliche Teile des Interviews http://augengeradeaus.net/2017/04/von-der-leyen-bundeswehr-hat-haltungsproblem-fuehrungsschwaeche/

Bundeswehr liefert Bilder für Bombardierung einer Schule

Über 30 tote Zivilisten – Die blutigen Hände der Bundeswehr in Syrien

Terrorismus ist der Krieg der Armen und Krieg ist der Terrorismus der Reichen

Mehr als 33 Zivilisten wurden bei einem Luftschlag am 20. März auf eine Schule in Al Mansura in Syrien getötet. Die Bundeswehr hatte am 19. März mit Fotos das „Ziel aufgeklärt“.

kein Foto vom Originalschauplatz in Syrien

Ein Foto vom Originalschauplatz stand aus Gründen der Sicherheit nicht zur Verfügung

Die „Süddeutsche“ und „ARD““ berichten, dass der Verteidigungsausschuss des Bundestags in geheimer Sitzung darüber informiert wurde. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am vergangenen Mittwoch, dass Jets der US-geführten „internationalen Koalition“ für die Bombardierung des vom IS kontrollierten Ortes Al-Mansura verantwortlich seien. In dem Gebäude waren rund 40 Familien untergebracht.

„Zu konkreten Daten und Zielen äußern wir uns nicht“, sagte ein Sprecher des deutschen Verteidigungsministerium zu dem Angriff.  Das US-Militär erklärte, es sei ein Gebäude bombardiert worden, in dem sich hochrangige Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Kaida getroffen hätten.

Der hohe Anteil an Frauen und Kindern unter den Opfern müsste folglich bei den Militärs zu einer Neueinschätzung der Gender-Offenheit der Islamisten führen – oder dem Eingeständnis, dass Krieg erst den Terror schafft, den er angeblich bekämpft.

Mehr dazu bei http://www.tagesspiegel.de/politik/syrien-bundeswehr-machte-vor-toedlichem-luftschlag-fotos-vom-ziel/19589834.html
und http://www.dw.com/de/bundeswehr-in-schweren-luftangriff-involviert/a-38199651
und https://www.derwesten.de/politik/bundeswehr-angeblich-in-fatalen-luftschlag-involviert-id210096539.html
und http://www.sueddeutsche.de/politik/bundeswehr-toedliche-aufklaerung-1.3442730

Alljährlich Soldaten auf der Messe „Gesundheit als Beruf“

Schule-ohne-Militär Aktion vor der Urania

  • Dynamit-Hersteller auf der bautec? Ungewöhnlich.
  • PEGIDA auf der Internationalen Tourismus-Börse? Unwahrscheinlich.
  • Soldaten auf der Messe „Gesundheit als Beruf“? Alljährlich.

Aufgabe von Soldaten ist die professionelle Androhung von Gewalt, also Tod oder Beeinträchtigung von Gesundheit. Dabei geht manchmal ein Schuss nach hinten los oder man trifft auf Unbeteiligte oder Amateure, selten auf andere Profis. Das kann die Kampfkraft schwächen.

Also sucht die Bundeswehr im Rahmen ihrer Bemühungen um Attraktivitätssteigerung Profis zur Wiederherstellung der Kampfkraft. Man vermutet sie also auf einer Messe „Kampfkraft als Beruf“. Jedenfalls hat die Bundeswehr auf der Messe „Gesundheit als Beruf“, alljährlich in der Urania, nichts zu suchen.

Deshalb hat sich das Bündnis Schule ohne Militär heute vor der Urania zusammengefunden, um gegen den Auftritt der Bundeswehr zu demonstrieren, denn das Töten von Menschen darf nicht als normaler Beruf durchgehen.

Mit Blumenspenden versuchten SchülerInnen die Kriegsministerin „Ursula vor den Leichen“ zu einem Umdenken zu bewegen.

Auch dieser Hinweis kam gut an …

Auf der Fassade der Urania ist von Militär und Kriegsdienst nichts zu sehen.

Da stimmten uns auch viele der BesucherInnen zu.

Auf diesem Plakat gibt es viel zu lesen …

Am Ende stand „Ursula vor den Leichen“ allein auf weiter Flur.

Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden

Keinen Euro mehr für die Bundeswehr!

Alles Geld für die Kinder der Welt!

Wir kritisieren „Die Rekruten“-Werbekampagne der Bundeswehr

Bundeswehr wirbt um „JeoS“ – Junge Erwachsene ohne Schulabschluss

„JeoS“ – nein, das ist nicht Tarzans Schrei nachdem er Jane zum ersten Mal sah …

Die Bundeswehr findet zu wenige, die über die von ihnen verlangten „anspruchsvollen körperlichen Voraussetzungen“ verfügen. Zwar fehlen auch „Spezialisten“ in „technischen und informationstechnischen sowie sanitätsdienstlichen Bereichen“, aber neuerdings geht es der Bundeswehr darum eine „Zielgruppe“ für den Kriegsdienst zu rekrutieren, die unter der Bezeichnung „Junge Erwachsene ohne Schulabschluss“ (JEoS)  wegen fehlender formaler Voraussetzungen nicht unmittelbar in ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis integriert werden konnten. Früher nannte man diese Kanonenfutter.

In einem „Pilotprojekt“ können diese in der Bundeswehr-Fachschule in Hannover innerhalb von sechs Monaten ihren Hauptschulabschluss nachholen, wenn sie danach bereit sind  …

Dafür stelt die Bundeswehr seit November letzten Jahres auf einem Youtube-Kanal der Streitkräfte die Webserie „Die Rekruten“, die sich explizit an Zuschauer im Alter von 17 bis 25 wendet. Das Kinderhilfswerk „Terre des hommes“ kritisiert seit langem, dass damit nicht zuletzt Minderjährige zur „Zielgruppe“ der Personalwerbung des Militärs werden, was mit der UN-Kinderrechtskonvention nicht vereinbar ist.

Allein im letzten Quartal dieses Jahres präsentierten die „Karriereberater“ der Bundeswehr bei rund 170 Berufs- und Ausbildungsmessen den „Arbeitgeber Bundeswehr“, traten an mehr als 60 Schulen und Hochschulen auf und besuchten fast 240 Mal die Jobcenter und Berufsinformationszentren der Arbeitsagentur. Zur Zeit verfügt die Bundeswehr bei einem Soll-Stand von 185.000 Soldaten „nur“ über etwas weniger als 177.000.

Mehr dazu bei https://www.jungewelt.de/artikel/299079.rekrutierungsoffensive.html
und https://www.jungewelt.de/artikel/299080.jugendmarketing.html