Bundeswehr wirbt im BIZ um Nachwuchs – Wir auch: Kein Werben fürs Sterben!

Wieder einmal war die Bundeswehr dabei Nachwuchs zu rekrutieren, diesmal im BIZ der Agentur für Arbeit in Berlin-Neukölln.

Deshalb waren wir mit dem Berliner Bündnis Schule ohne Militär ebenfalls da und konnten die Teilnehmer an der Schulung schon mal vorab mit unseren Flyern auf die Gefahren bei dieser „Arbeit“ hinweisen:

 

Töten und Getötet-werden ist kein normaler Beruf!

Die Werbung der Bundeswehr unterschlägt völlig, dass es sich um eine Arbeit handelt bei der Menschen, meist Zivilisten,

getötet und verstümmelt werden. Das Töten von Menschen zu erlernen war nie, ist es auch heute nicht und darf auch zukünftig keine “normale” Berufsausbildung sein. Der grundgesetzliche Auftrag der Bundeswehr zur Landesverteidigung hat sich mangels “Feinden” spätestens seit 1989 erledigt. Die sogenannten Auslandseinsätze seither waren Kriege (Jugoslawien, Somalia, Afghanistan, ..), die mit dem grundgesetzlichen Auftrag der Selbst- oder Landesverteidigung nichts zu tun haben.

Geht die Werbung der Bundeswehr jetzt direkter vor?

Die Werbe- „Abteilung zur sichtbaren und inhaltlichen Verschlimmbesserung unhaltbarer Truppenwerbung (AbtVerschlTruWer)“ hat im Zentrum Berlins begonnen die deutschen Streitkräfte noch „direkter“ darzustellen.

Die „Werbe“-Kampagne ist eine Fortsetzung derjenigen, die wir in den letzten Wochen bereits auf U-Bahnhöfen und Bushaltestellen erdulden mussten. Sie will die Bundeswehr als „selbstverständlichen Teil der Gesellschaft positionieren  und militärische Gewalt zur Durchsetzung deutscher Interessen in aller Welt“ anpreisen.

30 Millionen Euro werden im Jahr für die Nachwuchswerbung ausgegeben (Quelle) und allein 11 Millionen für die oben genannte Kampagne.

Hier einige Beispiele der „neuen Kampagne“:

Kulturforum – Wir wünschen frohe, besinnliche Weihnachten an die Heimatfront (1)
Verfasst von: AbtVerschltruWer. Verfasst am: 10.12.2015 – 11:28. Geschehen am: Donnerstag, 10. Dezember 2015.

… denn 3500 SoldatInnen nahmen sich im „Dienst“ das Leben. (Quelle)

 

Lützowufer – Ausbeutung gewaltsam verteidigen (1)
Verfasst von: AbtVerschltruWer. Verfasst am: 10.12.2015 – 11:27. Geschehen am: Donnerstag, 10. Dezember 2015.

 

Kriegsministerium – Wir nehmen gerne auch Arschlöcher (1)
Verfasst von: AbtVerschltruWer. Verfasst am: 10.12.2015 – 11:27. Geschehen am: Donnerstag, 10. Dezember 2015.

… denn 26% der Bundeswehrangehörigen stufen sich selbst als „rechts“ ein. (Quelle)

Kriegsministerium – Wir nehmen gerne auch Arschlöcher (1)
Verfasst von: AbtVerschltruWer. Verfasst am: 10.12.2015 – 11:28. Geschehen am: Donnerstag, 10. Dezember 2015.

 

Lützowufer – Ausbeutung gewaltsam verteidigen (2)
Verfasst von: AbtVerschltruWer. Verfasst am: 10.12.2015 – 11:27. Geschehen am: Donnerstag, 10. Dezember 2015.

 

Potsdamer Brücke – Tiere kämpfen auch dafür, dass wir sie essen können
Verfasst von: AbtVerschltruWer. Verfasst am: 10.12.2015 – 11:28. Geschehen am: Donnerstag, 10. Dezember 2015.

 

Ösi-Botschaft – Blitzkrieg in Syrien: Opa wär so stolz gewesen (2) (1)
Verfasst von: AbtVerschltruWer. Verfasst am: 10.12.2015 – 11:28. Geschehen am: Donnerstag, 10. Dezember 2015.

 

Lützowufer – Lützowufer – Ausbeutung gewaltsam verteidigen (1)
Verfasst von: AbtVerschltruWer. Verfasst am: 10.12.2015 – 11:28. Geschehen am: Donnerstag, 10. Dezember 2015.

 

Bombing for peace is like fucking for virginity (1)
Verfasst von: AbtVerschltruWer. Verfasst am: 10.12.2015 – 11:28. Geschehen am: Donnerstag, 10. Dezember 2015.

 

Ösi-Botschaft – Ösi-Botschaft – Blitzkrieg in Syrien: Opa wär so stolz gewesen (1)
Verfasst von: AbtVerschltruWer. Verfasst am: 10.12.2015 – 11:28. Geschehen am: Donnerstag, 10. Dezember 2015.


Wir haben schon 2011 in einem Briefwechsel mit S-Bahn, BVG und der Werbefirma Stoer gegen Bundeswehrwerbung im öffentlichen Raum protestiert. Bei vielen Aktionen vor Bildungsmessen haben wir ebenfalls darauf hingewiesen, dass Bundeswehrwerbung bei Jugendlichen und Kindern (die Bundeswehr tritt auch in Grundschulen auf!) nach der UN-Kinderrechtskonvention nicht zulässig ist.

Mehr  dazu bei http://www.kraftfuttermischwerk.de/blogg/bundeswehr-adbusting-am-verteidigungsministerium/
und https://linksunten.indymedia.org/de/node/161785

Offener Brief an SPD-Vorsitzenden: Keine Kampfdrohnen für die Bundeswehr!

201512SPD20KlDas Berliner Bündnis Schulde ohne Militär hat gemeinsam mit über 50 weiteren Organisationen den SPD Parteivorsitzenden in einem offenen Brief aufgefordert zu bekräftigen, dass die SPD sich der Anschaffung von Kampfdrohnen weiterhin verweigert.

Die Unterzeichner haben gestern (am Donnerstag) auch die Delegierten des Parteitags vor Ort darüber informieren.

Dieser Offene Brief steht hier auch als .pdf zur Verfügung.

Ein Offener Brief an Sigmar Gabriel und die Delegierten des Bundesparteitags der SPD

Sehr geehrter Herr Gabriel,

sehr geehrte Delegierte des Bundesparteitags der SPD,eines der wichtigsten Themen, das dem ordentlichen Bundesparteitags der SPD vom 10. bis 12. Dezember vorliegt, ist die immer noch ungeklärte Position der SPD zur Frage der Entwicklung und Anschaffung von bewaffnungsfähigen oder bewaffneten Kampfdrohnen.

Mehrere Landes- und Ortsverbände der SPD haben für diesen Bundesparteitag Anträge gegen die Anschaffung und den Einsatz von bewaffneten Kampfdrohnen und für die internationale Ächtung unbemannter Kampfsysteme gestellt (siehe Rückseite dieses Briefs).

Die SPD muss nun endlich ein klares Zeichen setzen, dass sie bereit ist, für die internationale Ächtung dieser Waffe zu kämpfen.

Nach vielen Studien und anderen Veröffentlichungen, neuerdings auch durch US-Whistleblower, sind die verheerenden Konsequenzen des Einsatzes und der Verbreitung dieser Waffe klar. Überwiegend Unbeteiligte werden getroffen; die Rekrutierung durch Terror-Organisationen wird dadurch gefördert.

Der Einsatz der Waffe kann sich der demokratischen Kontrolle durch Kongress oder Parlament leicht entziehen und ist deshalb geeignet für völkerrechtswidrige oder verfassungswidrige Handlungen – z.B. für extralegale „gezielte“ Tötungen. Ihre Anschaffung und Verbreitung führen zu neuem Wettrüsten und auf den Weg der Autonomisierung der Systeme.

Trotz dieser von Wissenschaftlern bestätigten Argumente ist die Bundesregierung immer noch bestrebt, bewaffnungsfähige Drohnen für die Bundeswehr zu entwickeln. Und in einigen Monaten wird wieder zur Debatte stehen, ob die Bundesregierung als „Übergangslösung“ bewaffnete Drohnen mieten oder kaufen soll.

Ignorieren wir in Deutschland die völkerrechtswidrigen, humanitären und ethischen Bedenken über diese Waffe, würde die deutsche Regierung damit international ein verheerendes Signal geben. Auch wenn die deutsche Regierung im Moment beteuert, sie würde Drohnen nicht völkerrechtswidrig einsetzen wollen: Die beste Versicherung dagegen ist – sie gar nicht erst anzuschaffen.

Noch ist es nicht zu spät!  Die Bundeswehr hat keine bewaffnungsfähigen oder bewaffneten Drohnen im Arsenal und braucht solche Waffen auch nicht. Deutschland kann und muss eine führende Rolle spielen in den internationalen Bemühungen, diese Waffe unter völkerrechtliche Kontrolle zu bringen.Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands kann hier den Weg zeigen. Sie, Herr Gabriel, können dafür der Schrittmacher sein.

Von diesem Parteitag muss ein Signal ausgehen, dass die SPD diese gefährliche Waffe nicht will. Wir begrüßen die vielen SPD-Genossinnen und Genossen, die sich gegen die Anschaffung von Kampfdrohnen und für die Ächtung dieser Waffe einsetzen.

Wir werden in den kommenden Monaten weiterhin Unterschriften für den Appell „Keine Kampfdrohnen!“ (www.drohnen-kampagne.de) sammeln, der schon durch die unten gelisteten 140 Organisationen und mehrere Zehntausend Einzelpersonen unterschrieben worden ist.

Berlin, den 8.12.2015

Mit solidarischen Grüßen

Lühr Henken, Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag
Elsa Rassbach, DFG-VK und Sprecherin der US-Friedensorganisation Code Pink in Deutschland
Fanny-Michaela Reisin, Präsidentin der Internationalen Liga für Menschenrechte e. V.
Laura von Wimmersperg, Sprecherin der Friedenskoordination Berlin
Barbara Fuchs, attac-AG Globalisierung und Krieg
i.A. der AG Drohnen der Friedenskoordination Berlin in der Drohnen-Kampagne

Die Unterstützer des Offenen Briefs an den SPD Vorsitzenden

Aachener Friedenspreis e.V., 
AKF-Arbeitskreis für Friedenspolitik, 
AK Rüstungskonversion, 
Aktion Freiheit statt Angst e.V.,  Berlin, 
Antikriegshaus Sievershausen, 
Arbeitsgemeinschaft Frieden Trier, 
Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung,  OG Hannover, 
Arbeitsstelle Frieden und Abrüstung e.V. (asfrab), 
Assoziation Daemmerung, 
attac Deutschland,  Augsburger Friedensinitiative (AFI), 
AWC Deutschland e.V.-Weltbürgerinnen und Weltbürger, 
BDSBerlin, 
Berliner Arbeitskreis Uran-Munition, 
Berliner Bündnis Schule ohne Militär, 
Brandenburg-Berliner Initiative für Zivilklausel gegen Rüstungs- und Militärforschung,  Bremer Friedensforum, 
Bremische Stiftung Rüstungskonversion und Friedensforschung, 
Bundesausschuss Friedensratschlag, 
Bundesverband der Juso-Hochschulgruppen, 
Bündnis 90/Die Grüne (Partei,  Bundesvorstand), 
Bündnis für die Zukunft Hannover, 
Bürgerinitiative gegen Fluglärm,  Bodenlärm und Umweltverschmutzung e.V., 
BI OFFENeHEIDe,  CCC-Chaos Computer Club e.V.,  CODEPINK Germany, COMM e.V., 
Coop Antikriegscafe Berlin,  Deutscher Freidenker-Verband, Deutscher Friedensrat e.V.,  DFG-VK Bundesverband,  DFG-VK Niedersachsen-Bremen,  DFG-VK Flensburg, 
DFG-VK Hamburg,  DFG-VK Kiel, 
DFG-VK Baden-Württemberg,  DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine),  Die AnStifter,  Die Freiheitsliebe,  Die Linke (Partei,  Bundesvorstand),  digitalcourage e.V.,  Digitale Gesellschaft e.V.,  DKP (Partei,  Bundesvorstand),  Dortmunder Friedensforum,  Emder Friedensforum, 
Essener Friedensforum, 
European Center for Constitutional and Human Rights e.V. (ECCHR), 
Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK),  FBK Freundschaftsgesellschaft Berlin-Kuba e.V., 
FIfF-Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V.,  FIW Friedensinitiative Berlin-Wilmersdorf, 
Forum Friedensethik (FFE) in der Evangelischen Landeskirche in Baden, 
Forum Friedenspsychologie e.V., 
Frauennetzwerk für Frieden e.V., 
Frauen wagen Frieden,  freiheitsfoo,  Friedensbündnis Karlsruhe,  Friedensbüro Hannover e.V.,  Friedensforum Duisburg,  Friedensinitiative Hamburg-Niendorf,  Friedensinitiative Köln Sülz/Klettenberg,  Friedensinitiative Zehlendorf e.V.,  Friedenskreis Castrop-Rauxel,  Friedenskreis Lübeck/Herzogtum Lauenburg,  Friedensnetz Saar,  Friedensnetzwerk Kreis Pinneberg,  Friedensplenum Bochum,  Friedensplenum Tübingen/Antikriegsbündnis,  Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V.,  Frankfurt/Main,  Friedenswerkstatt Kiel,  GBM-Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e. V.,  Gegenuniversität in Gründung-GIG (Sub-Committee on the Integration of Humanities),  Georg-Elser-Initiative Bremen (GEIB), 
GEW-Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft,  Landesverband Berlin,  GEW-Ausschuss für Friedenserziehung (GEW-Hamburg),  Gruppen der Berliner Friedenskoordination, 
Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung e. V.,  Hanfparade-JaKiS e.V. Berlin, 
Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg, 
Hiroshima-Arbeitsgemeinschaft Kiel, 
Humanistische Union, 
Humanwirtschaftspartei,  Sächsischer Landesverband, 
IALANA -Juristen und Juristinnen gegen ABC-Waffen-Für gewaltfreie Friedensgestaltung, 
IFFF-WILPF-Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, 
ILMR-Internationale Liga für Menschenrechte, 
IMI e.V. -Informationsstelle Militarisierung, 
Informationsstelle für Friedensarbeit-Meckenheim (Information BureauforPeace Work), 
Initiative friedliche Uni Augsburg, 
Initiative Hochschulen für den Frieden, 
Initiative „Kein Militär mehr“, 
Initiative „Nein zum Kriegsflughafen“- Leipzig, 
Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg, 
Initiative gegen Waffen vom Bodensee, 
IPPNW Deutschland-Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.,  IPPNW-AK Süd-Nord, 
IPPNW-Regionalgruppe Hamburg, 
Jusos Erlangen, 
Juso HSG Köln, 
Kasseler Friedensforum,  Kölner Friedensforum, 
Kooperation für den Frieden,  Komitee für Grundrechte und Demokratie, 
Kriwi-Unterstützung internationaler Kommunikation kritischer WissenschaftlerInnen und IngenieurInnen e.V.,  Landesverband Berlin im Deutschen Freidenker-Verband e.V., 
Lebenshaus Schwäbische-Alb, 
Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus, 
Münchner Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung (BIFA)Münchner Friedensbündnis, 
Munich American PeaceCommittee (MAPC), 
Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg, 
NaturFreunde Deutschlands,  NatWiss-NaturwissenschafterInnen-Initiative Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit,  Netzwerk Regenbogen,  Occupy Hamburg, 
Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), 
Ökumenische Aktion Ohne Rüstung Leben, 
Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar, 
Ökumenisches Zentrum für Friedens-,  Umwelt- und Eine-Welt-Arbeit e.V.,  Offene Arbeit Erfurt,  Basisgemeinde des Evang. Kirchenkreises Erfurt,  Onlineaktivisten, 
Ostermarsch Rhein Ruhr Komitee, paligro-Pazifistische Liga Großenhainpaxchristi-Bistumsstelle Mainz,  paxchristi -Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart,  paxchristi-Kommission Friedenspolitik, 
paxchristi München, 
paxchristi-Regionalgruppe Düren, 
Piratenpartei (Partei,  Bundesvorstand), 
Pusdorfer Friedensgruppe,  Bremen, 
PPF-Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden,  RAV-Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein,  RüstungsInformationsBüro Freiburg-RIB e.V.,  SDS HAW Hamburg, 
SPD Erlangen-Stadt, 
Thüringer Friedenskoordination/Aktionskreis für Frieden e.V., 
Truderinger Frauen für Frieden und Abrüstung, 
Unite!-Demokratische Jugend, 
VVN-BdA-Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten,  VVN-BdA Landesvereinigung NRW,  Kreisvereinigung Düsseldorf,  Würselener Initiative für den Frieden,  ZAA Zusammenarbeitsausschuss der Friedensbewegung Schleswig Holstein

SPD – Auszüge aus Anträgen zum ordentlichen Bundesparteitag 2015

https://www.spd.de/scalableImageBlob/131238/data/20151113_antragsbuch_parteitag-data.pdfLandesverband Schleswig-Holstein (S. 106) Friedenspolitik heute

Wir sprechen uns gegen die Anschaffung und den Einsatz von bewaffneten Kampfdrohnen und für die internationale Ächtung unbemannter Kampfsysteme aus.Landesverband Berlin (S.121)

Friedenspolitik aktiv gestalten!
Den Ankauf, den Einsatz oder die Entwicklung von Kampfdroh­nen lehnen wir ab. Für das als Offensivwaffe konzipierte Gerät fehlt es nicht nur an einer sicherheits- und verteidigungspoliti­schen Notwendigkeit. Vielmehr ist ein Einsatz von Kampfdroh­nen in ethisch vertretbarer Weise nicht durchführbar, denn die anwachsende Distanz zwischen Steuerungs- und Einsatzort er­höht möglicherweise das Risiko einer automatisierten Kriegsfüh­rung und die prinzipielle Einsatzbereitschaft militärischer Mittel, aufgrund der fehlenden Gefahr für das Leben eigener SoldatIn­nen.Ortsverein Gelsenkirchen (S. 134)

Frieden – Oberstes Ziel unseres politischen Handelns
Wir sind der Ansicht, dass militärische Forschung und zivile For­schung nicht gleich behandelt werden dürfen. Insbesondere sollen zivile Universitäten sich nicht an militärischen Forschungsprojek­ten beteiligen. Bei bestimmten militärischen Technologien (bspw. Kampfdrohnen oder besonders zerstörerische Lenkwaffen) müssen aus ethischer Sicht begründete Forschungsbeschränkungen und Produktionsverbote international durchgesetzt werden. Militärische Forschungen sind grundsätzlich von ziviler Forschung zu trennen.Arbeitsgemeinschaft 60plus (S. 167)

Ablehnung von bewaffneten Drohnen
Der Bundesparteitag lehnt mit Entschiedenheit die Planung des Bundesministeriums für Verteidigung ab, Drohnen zu entwickeln, die auch für den bewaffneten Einsatz geeignet sind.Bezirk Hessen-Süd (S. 167)

Keine Kampfdrohnen für die Bundeswehr
Die SPD lehnt die Anschaffung von bewaffneten unbemannten Luftfahrzeugen für die Bundeswehr und die nachträgliche Aufrüs­tung unbewaffneter unbemannter Luftfahrzeuge ab.Ortsverein Hannover Kirchrode/Bemerode/Wülferode (Bezirk Hannover) (S. 170)

Kein Einsatz von Kampfdrohnen in der Bundeswehr
Gerade im Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingssituation und der notwendigen Bekämpfung und Beseitigung von Fluchtursachen werden die SPD-Bundestagsabgeordneten dazu aufgefordert,

  1. Sich unter anderem für die Ächtung und ein weltweites Verbot von Kampfdrohnen einzusetzen,
  2. Sich gegen die Anschaffung sowie den Einsatz von bewaffneten und kampffähigen unbemannten Luftfahrzeugen (Kampfdroh­nen), durch die Bundeswehr oder andere deutsche staatliche Institutionen, sowie die damit bezweckte gezielte Tötung von Menschen, im In- und Ausland strikt einzusetzen,
  3. Sich für die Schaffung von völkerrechtlich bindenden Grundla­gen rundum den möglichen Status und den Einsatz dieser Waffen einzusetzen. Sofern dies nicht gelingt, ist ein weltweites Verbot und eine Ächtung dieser durchzusetzen,
  4. Und sich dafür einzusetzen, dass der Einsatz von Spähdrohnen durch die Bundeswehr nur in Kriegs- und äußeren Krisenge­bieten zulässig ist. Ein Einsatz im Inneren hat zu unterbleiben, ausgenommen im Rahmen der Amtshilfe bei Großschadenslagen (Katastrophen).

Keine Werbung für die Bundeswehr in der taz!

Die taz ein linkes Blatt? Das muss schon lange her sein. Seit ein paar Tagen erscheinen sogar Werbeanzeigen der Bundeswehr in diesem Blatt und die Redaktion verteidigt sich mit „finanziellen Zwängen“.

An die hundert Leserbriefe sprechen glücklicherweise eine andere Sprache. Wir haben geschrieben:

Nein, die “Arbeit” bei der Bundeswehr ist keine normale. Deshalb ist eine Werbung für eine solches “Geschäft” weder seriös noch moralisch zu vertreten!
Erst recht nicht, wenn diese auch Werbeveranstaltungen bei minderjährigen Kindern (entgegen der Kinderrechtskonvention der UN) in unseren Schulen durchführen.Friedenstaube

Das Töten und Getötet-werden ist kein normaler Beruf!

Die Werbung der Bundeswehr unterschlägt völlig, dass es sich um eine Arbeit handelt bei der Menschen, meist Zivilisten, getötet und verstümmelt werden. Das Töten von Menschen zu erlernen war nie, ist es auch heute nicht und darf auch zukünftig keine “normale” Berufsausbildung sein. Der grundgesetzliche Auftrag der Bundeswehr zur Landesverteidigung hat sich mangels “Feinden” spätestens seit 1989 erledigt. Die sogenannten Auslandseinsätze seither waren Kriege (Jugoslawien, Somalia, Afghanistan, ..), die mit dem grundgesetzlichen Auftrag der Selbst- oder Landesverteidigung nichts zu tun haben und nur immer neue Flüchtlingsströme erzeugen.

Aus diesem Grund begrüße ich auch eine “Flüchtlingserzeugungssteuer” auf Rüstungsgüter, wie sie kürzlich von Aktion Freiheit statt Angst vorgeschlagen wurde. Die Bundeswehr und die Staaten, denen wir “unsere” Waffenexporte verkaufen sorgen sonst damit dafür, dass die Menschen in Massen zu uns kommen müssen.

Rainer H. vom Berliner Bündnis Schule ohne Militär

Was hat die Armee aus mir gemacht? – Kurzfilm

Ein junger Mann, der als 17-Jähriger von der britischen Armee angeworben wurde, berichtet von den Auswirkungen des Militärdienstes auf ihn.

„Es war leicht, mich damals zu manipulieren – ich war noch so jung“, erzählt Dave. Er ist psychisch so krank, dass er sein Leben lang Medikamente nehmen muss. Auch die Bundeswehr rekrutiert jedes Jahr etwa 1.000 minderjährige Jungen und Mädchen.

Ein Filmdokument, das betroffen macht. Zum Clip auf youtube…

Protest gegen Bundeswehrwerbung

Wir protestieren gegen die Bundeswehr auf der vocatium

201509SoM1aKlWieder einmal fand heute in Berlin, diesmal im Postbahnhof am Ostbahnhof, die Messe „vocatium Berlin – Fachmesse für Ausbildung und Studium“ statt. Sie soll jungen Menschen viele Informationen bei der Jobsuche bieten. So waren auch wieder viele Berliner SchülerInnen vor Ort – aber auch die Bundeswehr.

Deshalb waren wir vom Berliner Bündnis Schule ohne Militär ebenfalls da und konnten in kurzer Zeit über 800 Flyer verteilen in denen wir vor eine zweifelhaften Karriere bei der Bundeswehr warnen mussten, denn:

Das Töten und Getötet-werden ist kein normaler Beruf!

201509SoM2aKl

Die Werbung der Bundeswehr unterschlägt völlig, dass es sich um eine Arbeit handelt bei der Menschen, meist Zivilisten, getötet und verstümmelt werden. Das Töten von Menschen zu erlernen war nie, ist es auch heute nicht und darf auch zukünftig keine “normale” Berufsausbildung sein. Der grundgesetzliche Auftrag der Bundeswehr zur Landesverteidigung hat sich mangels “Feinden” spätestens seit 1989 erledigt. Die sogenannten Auslandseinsätze seither waren Kriege (Jugoslawien, Somalia, Afghanistan, ..), die mit dem grundgesetzlichen Auftrag der Selbst- oder Landesverteidigung nichts zu tun haben und nur immer neue Flüchtlingsströme erzeugen.

201509SoM3aKl

Bundeswehrwerbung in der Schule? Nein danke!

Auch in diesem Jahr tauchten in einigen Oberschulen wieder kartonweise Schulhefte als ‚Geschenk‘ auf.

Der Haken: Bundeswehrwerbung auf Vorder- und Rückseite der Umschläge. Um die Hefte ’schülertauglich‘ zu machen, beschloss die AG Frieden der GEW Berlin die Aktion „Abrüsten“:

Werbe-Umschlag ab – neuer Umschlag dran – Etikett und Friedentaube drauf.

Die Hefte stellte uns eine Reinickendorfer Schule zur Verfügung.

So sieht das Ergebnis aus: vorher – nachher (Fotos).

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Zusammen mit einem Satz Fineliner für jeden Schüler und jede Schülerin gehen die Hefte nun zurück an eine Willkommensklasse in Reinickendorf.

Bündnis Schule ohne Militär auf dem Antikriegsmarkt

201508Anti31aKlGestern Nachmittag haben wir mit vielen anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen auf dem Potsdamer Platz in Berlin eine Veranstaltung zur Mahnung an den Beginn des 2. Weltkriegs am 1.9.1939 begangen.

Es gab viele Infostände und ein interessantes Kulturprogramm, ein breites Programm mit mehr als 20 Infoständen, Diskussionen, Talks, Café de la paix und Informationen gegen den Krieg und seine Folgen sowie die zunehmende Militarisierung der Innen- und Außenpolitik.

Es gab ein interssantes Kulturprogramm u.a. mit

  • Berliner Compagnie,
  • Gina Pietsch,
  • Sambagruppe der GEW,
  • Theatertruppe Schöneberg,
  • Weber-Herzog-Musiktheater

Der Nachmittag stand unter dem Motto:

  • Wir weigern uns Feinde zu sein !
  • Entspannung statt Konfrontation !
  • Nie wieder Krieg !
  • Keine Bundeswehr in den Schulen !

Wir hatten auch Gelegenheit unsere Probleme mit der Bundeswehr an Schulen direkt von der Bühne an die Menschen zu richten:

201508Anti32KlRede von Barabara Maidj-Amin für das Berliner Bündnis Schule ohne Militär

Barbara Majd Amin arbeitet im Berliner Bündnis „Schule ohne Militär“, in der AG Frieden der GEW Berlin und in der Friedenskoordination mit.

Liebe Besucherinnen und Besucher des Antikriegsmarktes,
morgen beginnt in Berlin das neue Schuljahr.
Und wie jedes Jahr zuvor werden die Schulen mit viel Post bedacht.
Vor allem Werbe- und Informationsmaterial.
Auch Geschenke sind dabei, z.B. von Steuergeldern bezahlte Schulhefte.
Ist etwa die Lernmittelfreiheit wieder eingeführt worden? Mitnichten.

Es handelt sich um Schulhefte und Hausaufgabenhefte, die außen und innen auf dem Umschlag farbenfroh werben:
Sie locken mit attraktiven Gewinnen bei Preisausschreiben (Laptops, Fahrräder..)
– wer wollte das nicht gern gewinnen!
Oder sie versprechen Abenteuer, Sport und Musik bei Eventcamps
– welcher Schüler würde da nicht gern mitmachen!
Und das alles kostenlos, Fahrt, Aufenthalt…alles versprochen und bezahlt von der Bundeswehr.

Außerdem kommt z.B. die Schülerzeitung „SPIESSER“,
in großen Stapeln zum kostenlosen Verteilen (bundesweit mit ca.1 Mio Exemplaren),
mit ganzseitigen Werbeanzeigen für den Dienst an der Waffe bei der Bundeswehr.
In Text und Bild: Abenteuer, Freundschaft, interessante Technik…
.. von Töten und Getötetwerden ist – wen wunderts – nicht die Rede.

Und es kommen Angebote an die Lehrerinnen und Lehrer, doch zu bestimmten Fragen der politischen Bildung den Unterricht in die Hände von Experten zu legen.
Wer sind diese Experten und was macht sie dazu?
Den Bildern nach: freundlich lächelnde Jugendoffiziere, im unaufdringlichen hellblauen Uniformhemd. Sie wollen Dialogpartner im Unterricht sein.
Die Themen klingen zunächst relativ unverfänglich
2 Unterrichtsstunden über „Internationale Organisationen, VN. EU. NATO“
„Einmal selber Minister sein“ – das interaktive Planspiel „POL&IS“
nationale Organisationen EU, NATO)
Dazu heißt es in den Anschreiben und auf der Homepage:
„Jugendoffiziere als Referenten für Sicherheitspolitik erläutern

  • aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen,
  • den Auftrag sowie die Aufgaben der Bundeswehr
  • und erklären die Besonderheiten beim Einsatz von Soldaten im Ausland.“

Und damit ist die Katze aus dem Sack:
Was hier so selbstverständlich am Ende des Satzes daherkommt, ist nicht selbstverständlich. Davon steht nichts im Grundgesetz. Das kennt nicht den Einsatz im Ausland, und schon gar nicht dessen „Besonderheiten“.
Das kennt nur den Einsatz der Bundeswehr im Verteidigungsfall.
Und es wird auch nicht richtiger dadurch, dass diese Einsätze mit Euphemismen wie „Dienen“, „Verantwortung“, „humanitärer Einsatz“ getarnt werden.

Solche Expertise kann sich ein verantwortungsbewusstes Kollegium ersparen.
Das ist so absurd wie einen katholischen Priester als Experten zu Fragen der Sexualerziehung einzuladen oder einen Vertreter der Schokoladenindustrie als Experten zum Thema „gesunde Ernährung“.

Unser Rat vom Bündnis Schule ohne Militär:
an Eltern, an Lehrerinnen und Lehrer, an Schülerinnen und Schüler –

Verzichtet auf solche „Experten“!

Macht es nicht wie die 10. Klasse, die im letzten November die Kulisse abgeben durfte bzw. musste, als Frau von der Leyen ihren Bundeswehrwerbeladen – „Showroom“ genannt – in Berlin einweihte.
Macht es nicht wie die 9. Klasse aus Tempelhof, die sich übermorgen – ausgerechnet am Weltfriedenstag –  für drei Tage von der Bundeswehr die Welt erklären lässt. Jugendoffiziere leiten dieses Spiel.
Welche angeblichen „Lösungen“ werden wohl  eine Rolle spielen?
Da muss man nicht lange grübeln:
Deutsche Sicherheitspolitik hat sich zum Ziel gesetzt, angebliche „Bedrohungen“ dort zu bekämpfen, wo sie angeblich „entstehen“, auch mit militärischen Mitteln und auch wenn es weit weg ist.
Da wird „Frieden schaffen mit Waffen“ propagiert.
So wird die Intention des Antikriegstages auf den Kopf gestellt.
Das Klassenzimmer wird zum Einsatzgebiet.
In diesem Einsatz geht es um die Gewinnung der Köpfe für Krieg
und um den Nachwuchs fürs Militär. Macht das nicht mit!!

Macht es wie das Robert-Blum-Gymnasium in Schöneberg, dessen Schulkonferenz den Beschluss gefasst hat, weder Bundeswehrwerbung zu verteilen noch Jugendoffiziere einzuladen.

Werft die Bundeswehrwerbung in die Tonne,
verzichtet auf solche Experten und betreibt aktiv Friedenserziehung.
Die Kernfrage von Friedenserziehung ist, –
zu hinterfragen, wo die wirklichen Ursachen von Konflikten liegen,
zu hinterfragen, welche Interessen Konflikte auslösen,
– und herauszustellen, dass Konflikte ohne Militär gelöst werden können und müssen….und wie das geht.

Zurück zum Anfang: zu den kostenlosen Schulheften.
Wir vom Bündnis „Schule ohne Militär“ haben einen Stapel solcher Schulhefte mit Bundeswehr-Werbung mitgebracht.
Kommt an unseren Stand, rüstet diese Hefte ab!
Gebt ihnen einen ansehnlichen Umschlag mit einem friedlichen Aufkleber.
Helft uns dabei, sie einem nützlichen Zweck zuzuführen:
Abgerüstet können wir sie guten Gewissens in Jugendeinrichtungen geben oder dorthin, wo Flüchtlingskinder so gern Material zum Malen und Lernen hätten.
Ich danke euch!

Macht mit bei „Schule ohne Militär“!

201509AntikriegsmarktBWabruesten2Kl 201509AntikriegsmarktBWabruesten1Kl

 

 

 

 

Die Hefte mit Bundeswehr Werbung vor der „Abrüstung“

……………..

und danach – viel schöner!


Von den weiteren Reden liegt uns bisher nur eine weitere schriftlich vor:

201508Anti38KlRede von Elsa Rassbach für die Drohnenkampagne.de und Code Pink, USA

Elsa Rassbach ist US-Bürgerin. In Deutschland ist sie eine Mitbegründerin der Drohnen-Kampagne und des Aktionsbündnisses „Stoppt den US-Drohnenkrieg via Ramstein“ und auch in der DFG-VK, Attac und der Friedenskoordination Berlin aktiv. In den USA arbeitet sie mit der Frauenfriedensorganisation Code Pink zusammen und ist Mitglied im Koordinierungskomitee der United National Antiwar Committee (UNAC). Beruflich ist sie Filmemacherin und Journalistin. Bild: s.u.

Mit einem eklatanten Verbrechen – der Explosion von Atomwaffen über Hiroshima und Nagasaki vor siebzig Jahren – wurde sofort klar, dass sich ein der ganzen Menschheit bedrohenden Paradigmenwechsel in der Kriegsführung vollzogen hatte. Der neue Paradigmenwechsel — die weltweite Überwachung und Tötungen durch Drohnen – kommt jedoch in einem Mantel der Geheimhaltung schleichend auf uns zu. Nur durch die Enthüllungen von mutigen NGOs, Journalisten und Whistleblowern werden wir nach und nach mit den Umrissen einer düsteren und freiheitsberaubenden neuen Welt konfrontiert, worin Alle überwacht und Alle durch Drohnen getötet werden könnten.

Ich möchte drei Beispiele nennen, die klarmachen sollen, wie rasch diese bedrohliche neue Welt auf uns zukommt.

Erstens: Am 16. August gab das Pentagon bekannt, dass die Anzahl der Kampfeinsätze von US-Drohnen über die nächsten vier Jahre um 50% erhöht werden soll. Die Überwachung und andere Einsätze werden im Irak, in Syrien, im Südchinesischen Meer, in Nordafrika, und auch auf Ukraine ausgeweitet. 2004 gab es fünf US-Drohnen-Kampfeinsätze pro Tag. Heute sind es 61, im 2019 sollen es neunzig pro Tag werden.

Zweitens: 2017 bekommt die NATO erstmalig ein eigenes Drohnen-System, das NATO-AGS (oder „Alliance Ground Surveillance“). Das NATO-AGS, bestehend vorerst aus fünf riesigen US Global Hawk Überwachungsdrohnen, ist unter dem Befehl von Ramstein und seinem Kommandeur, US-General Philip Breedlove, oberster Befehlshaber aller US-Truppen in Europa und gleichzeitig der Supreme Allied Commander von NATO in Europa. Kurioserweise bedeutet Breedlove auf deutsch „Liebe ausbrüten“! Nicht nur wird in Ramstein heftig investiert, sondern auch zum Beispiel im US-NATO-Stützpunkt in Sizilien und in Kalkar in Deutschland. Beide Basen sind letztendlich unter Befehl von Ramstein und diesem Breedlove.

Drittens: Am Donnerstag wurde berichtet dass die Polizei im US-Bundesstaat North Dakota zur Bekämpfung von Straftaten und Sicherung der Landesgrenze nun bewaffnete Drohnen — ausgestattet mit Pfefferspray, Gummigeschosse und Elektroschockpistolen — einsetzen dürfen. Elektroschockpistolen bei Polizeieinsätzen in den USA haben in den letzten Jahren Hunderte umgebracht. Vermutlich werden Einige hier in Deutschland dem US-Beispiel folgen wollen um auch so was zu probieren. Schon jetzt setzen Polizei in vielen Ländern der Welt, auch in einigen deutschen Bundesländern, Drohnen zur Überwachung ein.

Im weltweiten Kampf gegen diese schrecklichen Entwicklungen kommt der deutschen Bevölkerung eine sehr wichtige Rolle zu.

Spätestens seit der Veröffentlichung im SPIEGEL am 18. April ist weitgehend bekannt geworden, dass die US Air Base Ramstein eine zentrale Rolle bei allen US-Drohneneinsätzen im Nahen und Mittleren Osten, in Afghanistan und Pakistan, in Afrika — nun auch in Ukraine — spielt.

In dem Koalitionsvertrag der CDU, CSU, und SPD wurde festgestellt, ich zitiere: „Extralegale, völkerrechtswidrige Tötungen mit bewaffneten Drohnen lehnen wir kategorisch ab.“ Zitat Ende.

Wegen Ramstein im deutschen Hoheitsgebiet hat die Bundesregierung nun eigentlich die Macht, die extralegalen Drohnen-Tötungen der US-Regierung sehr zu erschweren oder sogar ganz zu stoppen. Wenn die Bundesregierung die Rechtsverletzung durch die USA duldet, wird sie Mittäterin. Und durch die Duldung der Rechtsverletzung besteht die Gefahr, dass selbst das Recht entkräftet und letztendlich bedeutungslos wird. Werden wir diesen gefährlichen Zustand endlos tolerieren?

Die neuen Initiativen der Friedensbewegung zu Ramstein sind zahlreich. Ich kann deswegen nur ein paar Beispiele hier nennen. Ende Mai veranstalteten Friedens- und Menschenrechtsaktivisten Mahnwachen in Solidarität mit Überlebenden eines CIA-Drohnen-Anschlags in Jemen, die gegen die Bundesregierung wegen der Rolle Ramsteins Klage erhoben haben. Dabei wurde ein Offener Brief zu Ramstein an die Bundeskanzlerin, unterzeichnet von zahlreichen US-Friedensaktivisten und  Organisationen, präsentiert. Im Juni fand eine Mahnwache der Fraktion DIE LINKE in Ramstein statt. Und am 25. und 26. September kommt eine bundesweite Konferenz und Demo nach Ramstein.
(Es gibt hier auf dem Antikriegsmarkt ein Stand zur Unterschriftensammlung, wo ihr euch dazu informieren könnt.)

Statt Kriegsverbrechen auf deutschem Boden zu bestrafen ist die Bundesregierung schon jetzt dabei, „bewaffnungsfähige Drohnen“ UND deren Bewaffnung entweder von Israel oder USA auszuwählen. Ende 2015 oder Anfang 2016 soll im Haushaltsausschuss darüber abgestimmt werden. Die Bundesregierung bekundet auch die Absicht, in eine Reihe europäischer, deutscher und NATO Drohnenprojekte zu investieren.

Wenn die Bundesregierung sich auf diesen gefährlichen Irrweg begibt, statt sich für eine verantwortungsvolle Sicherheits- und Abrüstungspolitik einzusetzen, wird die Ausbreitung von Kampfdrohnen auf dem europäischen Festland kaum mehr aufzuhalten sein. Bis heute haben nur Israel, USA und Großbritannien Drohnen zur Tötung eingesetzt, aber Italien, Frankreich, und Holland haben alle neulich US-amerikanische bewaffnungsfähige Drohnen angeschafft.

Wir müssen diese Diskussionen zu Drohnen breiter und tiefer in die Bevölkerung bringen. Dazu haben wir die Unterschriftensammlung der Drohnen-Kampagne, die wir gerade in den kommenden Monaten kräftig unterstützen sollten. (Es gibt hier auf dem Antikriegsmarkt ein Stand zur Unterschriftensammlung, wo ihr euch informieren könnt.)

Und weil die mehrheitliche Ablehnung von Kampfdrohnen in der Bevölkerung letztendlich durch Mehrheiten im Bundestag als Gesetzgebung durchgesetzt werden muss, sollten wir gerade zu dieser wichtigen Zeit Gespräche mit Abgeordneten in möglichst allen Fraktionen im Bundestag suchen. Unrealistisch? Ich glaube nicht. Als Beispiel dafür, dass wir diese Diskussion in einem breiteren politischen Spektrum führen könnten, als wir es gewohnt sind, möchte ich aus dem Drohnen-Beschluss des Parteitags der Berliner SPD vom Juni 2015 kurz vorlesen.

Ich zitiere: „Die SPD fordert den Einsatz von bewaffneten Drohnen, inklusive Fernsteuerung und direkter Logistik, in Deutschland und von Deutschland aus auch für stationierte Truppen anderer Staaten zu verbieten, … die öffentliche und private Forschung an bewaffneten Drohnen zu verbieten, und fordert die SPD-Bundestagsfraktion dazu auf, sich dafür einzusetzen, ab sofort keine Mittel für bewaffnete Drohnen zu bewilligen.“ Zitat Ende. Der Antrag wurde von den Jusos in Berlin Mitte geschrieben und soll nun beim Bundesparteitag der SPD in Dezember in Berlin weiter diskutiert werden.

Als Kind im Bundesstaat Colorado in den 50er wurde ich manchmal durch furchtbare Alpträume der damals sehr realistischen Gefahr eines Atomwaffenkriegs geplagt. Doch von 1945 bis heute konnte ein weiterer Einsatz von Atomwaffen verhindert werden — und zwar nicht nur durch das Gleichgewicht des Schreckens sondern auch, vielleicht vorwiegend, durch die noch andauernde jahrzehntelange Friedensarbeit von vielen Menschen und Institutionen.

Wie die Atomwaffengegner, müssen wir in den Anti-Drohnenkampagnen uns auf einen langen weltweiten Friedenskampf einstellen. Es gibt noch keine Rüstungskontroll-Abkommen zu Drohnen, und die Gesetze, die notwendig wären, um Grundrechte von Bürgerinnen und Bürgern sogar in entwickelten Ländern vor Drohnen zu schützen, sind mangelhaft oder fehlen völlig.

Wir können die Entwicklung von Überwachungs- und Drohnentechnologie nicht stoppen. Aber auf unserer Seite ist die Wille der überwältigen Mehrheit der Menschen weltweit, wie in Deutschland, die den Einsatz von Drohnen für Überwachung und Tötung entschieden ablehnt.

Deswegen ganz sicherlich: „We shall overcome!“


Weitere Reden werden demnächst hier veröffentlicht, sobald verfügbar.

 

 

Keine Werbung für die Bundeswehr auf der YOU !

Töten und Getötet-werden ist kein normaler Beruf!

Davor wollten wir warnen! Gemeinsam mit dem Berliner Bündnis „Schule ohne Militär“ haben wir mit dem Flugblatt der DFG-VK “Bevor du unterschreibst” und in diesem Jahr mit 4 großen deutlichen Transparenten die Besucher der Messe vor dem Militär gewarnt:

Das Töten und Getötet-werden ist kein normaler Beruf!

Auch in diesem Jahr strömten bei fast 30° wieder Zehntausende Berliner Schülerinnen und Schüler auf die Bildungsmesse in den Berliner Messehallen. Aber auch diesmal war die Bundeswehr wieder mit einem großen Stand vertreten und suchte Dumme für eine „Karriere“ beim Militär.

Davor wollten wir warnen und haben über 1400 Flyer verteilt. In diversen Gesprächen haben wir, diesmal mit über 20 Aktiven vor Ort, auch viel Zustimmung erfahren, so dass wir hoffen können, dass die Bundeswehr unsere(!) Steuergelder für ihren Mega-Messestand umsonst rausgeworfen hat.

Militarisierung der Gesellschaft

Seit vielen Jahren wird eine massive Militarisierung der Gesellschaft vorangetrieben. Durch eine zunehmende Präsenz der Bundeswehr in der Öffentlichkeit sollen Waffen und Krieg als Mittel der Konfliktlösung als Normalzustand dargestellt und in der Gesellschaft ideologisch verankert werden.

Wir fordern:

  • Bundeswehr raus aus Schule, Hochschule und Jugend- und Berufsmessen!
  • Keine Bundeswehr auf der YOU!
Alternativen zur Bundeswehr ….
Bundeswehr – schon so gut wie verboten, jedenfalls nach dem Verkehrsschild!
SchülerInnen aus allen Nationen zeigen deutlich: Erziehung.Zun.Krieg. – NIcht.Mit.Mir

Von der Bundeswehr aus der „Mitte der Gesellschaft ausgeschlossen“

Kritiker bei Bundeswehr unerwünscht

Buttonvorlage-SoMWie wenig Kritik die Bundeswehr verträgt und wie sie reagiert, wenn man sie öffentlich in Frage stellt, wollen wir als Bündnis Schule ohne Militär mit den Ereignissen in München in der letzten Woche aufzeigen:

„Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Interessierten sind eingeladen teilzunehmen“, hieß es in einer Pressemitteilung der Universität der Bundeswehr zur Ernennung von 443 Offiziersanwärter zu Leutnants und Leutnants zur See.

Das sah dann in der Realität ganz anders aus. Die Sicherheitslage habe sich zugespitzt, erklärte einer der Feldjäger an der Absperrung am äußersten Rondell des Schlossparks. Ein Rentner mit nur einem Auge verstand nicht, welche Gefahr von ihm ausgehen sollte, aber vielleicht war einfach der Anblick eines „potentiellen Kriegsopfers“ unerwünscht.

Ein anderer 69-jähriger Demonstrant, der es hinter die Absperrung geschafft hatte und in einer Maske von Bundespräsident Joachim Gauck mit Eisernem Kreuz auftrat, wurde nach einem kurzen Zwischenruf von den Feldjägern überwältigt, zu Boden gedrückt und weggeschleift.

Günter Wangerin, der Betroffene, erklärte zu seiner Kunstaktion: „Ich habe etwas gegen Tschinderassa Bummbumm.  Kaum aber hatte ich nach klingendem Spiel mein ‚Habt Acht‘ gerufen und salutiert, stießen mich zwei Feldjäger ohne Warnung mehr als unsanft von meinem kleinen Podestchen auf den Boden…. Obwohl ich sofort beteuerte, den schwerbewaffneten jungen Männern nichts zu tun, knieten sie sich auf mich, drehten mir die Arme auf den Rücken – das haben sie wirklich drauf! – , drückten mir die Nase hoch, den Hals nach rechts und links und führten mich schließlich in Handschellen ab. Das Ganze ohne Gegenwehr, denn ich weiß ja, wie schnell man wegen Widerstand dran ist.“

Mehr dazu bei https://www.jungewelt.de/2015/06-28/002.php