Schülerinnen und Schüler zu „Bundeswehrspielchen“ verpflichtet

Es soll ja Menschen geben, die möchten den Teufel mit dem Belzebub austreiben. 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Hunger und da fällt der Bundeswehr nicht anderes ein als sich selbst als Lösung vorzuschlagen?

Was war passiert?

Die Schüler des Hildener Helmholtz Gymnasiums sahen folgenden Aushang und stellten ein Foto davon sofort ins Netz:

Liebe Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q2,

am Donnerstag, den 25.01.18, finden für die gesamte Jahrgangsstufe Q2 Planspiele zum Syrienkonflikt bzw. der Flüchtlingskrise statt. Diese Planspiele werden in Kooperation mit den Jugendoffizieren der Bundeswehr durchgeführt. Bitte bringt für die Planspiele Schreibzeug mit.

Für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q2 besteht im Zeitraum von 8 – 16 Uhr Anwesenheitspflicht (inklusive Pausen). Der eigentliche Unterricht dieses Tages entfällt.

Wichtig:

Die Planspiele finden zum einen am HGH und zum anderen in der Waldkaserne statt. Die Schülerinnen und Schüler, die in der Waldkaserne am Planspiel teilnehmen müssen bitte einen Personalausweis mitführen.

 

Nun gibt es ja im Netz beliebig viele Fake News – leider ist dies keine. Im Hildener Helmholtz-Gymnasium wollte man die “Flüchtlingskrise” mit der Bundeswehr bekämpfen. Aber nachdem nun alle Welt davon Wind bekommen hat machte man einen Rückzieher und gab auf der Schulwebseite bekannt:

Das für Donnerstag, 25.1.2018, geplante Simulationsspiel im Rahmen des Unterrichts im Fach Sozialwissenschaften der Jgst. Q2 findet aufgrund der vorliegenden Irritationen in der Öffentlichkeit nicht statt. Es wird auf einen anderen Termin verschoben. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte die Pressestelle der Bezirksregierung Düsseldorf.

Trotzdem hält man „grundsätzlich“ an dieser Unterrichtsform fest, nur der Termin sollte wegen des öffentlichen Aufruhrs verschoben werden. Vielleicht könnte man im Fach Sozialwissenschaften auch über friedliche Alternativen zu einem Waffengang suchen, z.B. weniger Rüstungsgüter in die Krisenregionen zu liefern (s. z.B. Waffenexporte in die Türkei zu stoppen! , Friedliche Lösungen für Syrien – keine Bundeswehr! , Deutsche Waffen in und um Aleppo dabei  ).

Wir müssen uns neben der grundsätzlichen Ablehnung solcher militärischen Planspiele dagegen aussprechen, dass die Schüler zur Teilnahme verpflichtet werden anstatt ihnen zumindest einen Alternativunterricht anzubieten.

Mehr dazu bei https://www.mimikama.at/allgemein/gruppenspiele-bei-der-bundeswehr/

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Über hiksch

Seit vielen Jahren engagiere ich mich bei den NaturFreunde, in der Friedens- und Anti-Atom-Bewegung und für einen fairen Welthandel.

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