Neue Bundeswehr Strategie: “Feind” besitzt Stadtautobahn und U-Bahn

“Feind” besitzt Stadtautobahn und U-Bahn

Somalische Piraten oder Al-Qaida in pakistanischen Höhlen sind wohl nicht die künftigen “Feinde Deutschlands”, denn “unsere Feinde” besitzen nach Ansicht der Bundeswehr eine U-Bahn und eine Stadtautobahn.
Straßen, Kanalisation, Häuser für 500 Bewohner, einen Bahnhof, einen U-Bahn-Tunnel und eine Stadtautobahn, dazwischen ein 22 Meter breiter Fluss, eine Altstadt, eine Hochhausiedlung, ein Industriegebiet und ein Elendsviertel, alles das wird es in Schnöggersburg in der Colbitzer Heide demnächst für 100 Mio. Euro geben – allerdings nur damit dort die Bundeswehr ab 2017 “realitätsnah” kämpfen üben kann.
Plant da schon jemand den Einsatz der Bundeswehr im Innern oder müssen wir von dieser Topografie auf “Deutschlands Feinde” schließen? U-Bahn und Stadtautobahn reduzieren “unsere potentiellen Feindstaaten” schon mal von 200 möglichen auf ca. 25.

Mehr dazu bei http://www.jungewelt.de/2012/11-03/031.php
und http://www.dradio.de/aktuell/1789782/
und http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/gefechtsuebungszentrum100_zc-a2551f81_zs-ae30b3e4.html

Die Friedensbewegung ist gegen diese menschenverachtende Geldverschwendung bereits unterwegs, siehe z.B.: Sachsen-Anhalt ohne Demonstrationsrecht?

Krieg ist kein Kinderspiel! – Einladung zum Guluwalk Berlin

Vierter Berliner Guluwalk für weltweite Kinderrechte

Start am 25.5.13 um 12 Uhr am Kollwitzplatz, Prenzlauer Berg

Um für Kinderrechte und gegen den Mißbrauch von Kindern als Soldaten zu protestieren, gehen wir – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – auf die Straße zum vierten Berliner Guluwalk.
In diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Barbara Lochbihler (Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im Europäischen Parlament) und Johnny Strange (Sänger von Culcha Candela).
Vierter Berliner Guluwalk für weltweite Kinderrechte
Wir fordern:
• Keine Waffenlieferungen an Staaten, in denen Kindersoldaten durch Regierungstruppen rekrutiert werden
• Ehemaligen Kindersoldaten muss Asyl gewährt werden statt sie als Deserteure einzustufen
• Keine Werbung fürs Militär an Schulen

Wir treffen uns am 25. Mai um 12 Uhr am Kollwitzplatz im Prenzlauer Berg. Von dort geht es über die Kastanienallee und die Rosenthaler Straße zum Monbijoupark, wo ab 14 Uhr eine Abschlusskundgebung mit Infoständen, Kinderprogramm (Quiz, Red Hand Aktion, Kinderrechtewahl), Präsentation von „Peace Matters“ (einer Kunstinstallation, die der ugandische Künstler Arthur Kisitu zusammen mit afrikanischen und deutschen Kinder angefertigt hat) und Livemusik (Bert Kartesas, DJ Dengue MC, Daveman) stattfindet.

Redner:
Yookie Budia (ehem. Kindersoldat im Kongo) als Zeitzeuge,
Klaus Lederer (Landesvorsitzender DIE LINKE) zu Schulwerbung der Bundeswehr,
Susan Navissi (Lebenskunde/Humanistischer Verband Deutschlands) zu den Schulprojekten
Stefan Hümmer (pimpmyafrica) zu Reintegrationsprojekten für ex-Kindersoldaten.

Senat der Universität Köln votiert gegen Zivilklausel

Senat der Universität Köln votiert gegen Zivilklausel – Die Notwendigkeit einer zivilen Wissenschaftsorientierung bleibt

Wir dokumentieren hier die Pressemitteilung des Arbeitskreises Zivilklausel der Universität Köln

Der Senat der Universität zu Köln stimmte am Mittwoch, dem 03.07.2013, gegen die Einführung einer Zivilklausel. Damit sind die Ansprüche einer Wissenschaft, die zu einer friedlichen und menschenwürdigen Weltentwicklung beiträgt, aber keineswegs zurückgedrängt. Schon jetzt steht fest, dass die Debatte weitergeführt wird.

Auf der letzten Sitzung des Senats der Universität Köln, des höchsten Gremiums der universitären Selbstverwaltung, wurde der Antrag des Arbeitskreises Zivilklausel eingebracht, die Universität möge sich als öffentliche Einrichtung zum Ziel setzen, zu einer friedlichen und menschenwürdigen Entwicklung der Welt beizutragen. Hierfür hatten sich bei einer studentischen Abstimmung Ende 2010 über 2/3 der beteiligten Studierenden ausgesprochen sowie über 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität im Rahmen einer Unterschriftensammlung. Für diese erfreuliche Möglichkeit einer zivilitätsfördernden Wissenschaft standen am Tag der Antragsberatung ca. 50 anwesende Zivilklausel-BefürworterInnen. Beantragt wurde, dass die Universität folgenden Passus als positive Zielsetzung und Entwicklungsaufgabe in ihre Grundordnung aufnimmt:

„Sie [die Universität] trägt als zivile Einrichtung zu einer friedlichen und zivilen Entwicklung der Gesellschaft bei, zu Völkerverständigung und zur Humanisierung der Lebensverhältnisse weltweit. Die Universität sieht sich der Aufklärung verpflichtet, sie fördert ein gesellschaftlich verantwortliches Handeln ihrer Mitglieder sowie die kritische Reflexion der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen der Zeit.“

Dieser Antrag wurde mit einer deutlichen Mehrheit von 8 Gegenstimmen, einer Enthaltung, sowie einer Ja-Stimme abgelehnt. Die Mehrheit der SenatorInnen orientierte sich damit an der formaljuristisch vorgetragenen Argumentation des Justiziariats, welches in dem Antrag eine mögliche Gefährdung der Freiheit der Wissenschaft sah.

Stefan Brackertz von den GEW-Studis NRW und vom Arbeitskreis Zivilklausel erläutert: „Die Argumentation mündete in der abenteuerlichen These, der Anspruch einer gesellschaftlich verbessernden, humanen Wissenschaftsausrichtung sowie eine ambitionierte kritische Öffentlichkeit würden eine Einschränkung der Forschungsfreiheit bedeuten. Dabei wurde allerdings nicht gesagt: Wessen Freiheit muss gegen die Öffentlichkeit verteidigt werden? Und was mag das für eine Wissenschaft sein, die das Ziel von Humanität und Zivilität statt als Bereicherung als eine Einschränkung versteht? Die Argumentation des Justiziariats der Universität ist nicht zu halten: Die Universität ist eine öffentliche Einrichtung, die Ergebnisse der Wissenschaft tangieren alle. Die Freiheit der Wissenschaft – wie sie im Grundgesetz verankert ist – bedeutet keine Freiheit ohne gesellschaftliche Verantwortung, sondern soll ein Wirken für eine friedliche, soziale, demokratische und menschenwürdige Gesellschaft gerade ermöglichen.“

Thomas Steffen, ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises Zivilklausel, ergänzt: „Indem die positiven Möglichkeiten der Wissenschaft nicht reflektiert werden sollen, verteidigt der Senat faktisch den Status quo, nämlich die steigende Einflussnahme von externen Geldgebern und ihren partikularen Interessen auf die Hochschulen. Und diese sind die reale Einschränkung der Wissenschaft. Eine positive Entscheidung hingegen wäre auch ein entscheidender Schritt gewesen, sich gegen diese Bedrängung zu konstituieren. Auf Grundlage der Zielsetzung gesellschaftlicher Verbesserung lässt sich auch eine ausreichende öffentliche Finanzierung der Hochschulen, welche wesentlich für die Unabhängigkeit von externen Geldgebern ist, besser begründen.“

Agnes Kamerichs vom Arbeitskreis Zivilklausel resümiert: „Mit der Ablehnung des Antrags ist der Anspruch, dass die intellektuelle Arbeit aller auf eine Lösung gesellschaftlicher Probleme und auf eine friedliche Entwicklung der Welt gerichtet wird, nicht zurückgedrängt worden. Mehrere SenatorInnen haben für eine Weiterführung der Diskussion gesprochen. Konkret ist bei der anstehenden Erstellung des Leitbildes der Universität die Verankerung einer zivilen Orientierung der Wissenschaft im Gespräch. Für einen politischen Durchbruch hat es noch nicht gereicht. Aber alle sind gefordert, neu zu reflektieren und zu entwickeln, welche positive Bedeutung für alle Menschen die eigene und gemeinsame wissenschaftliche Betätigung gerade in der aktuellen Krise haben kann und muss.“

Pressemitteilung des Arbeitskreises Zivilklausel der Universität Köln

Das Berliner Bündnis Schule ohne Militär wünscht den Studenten der Uni Köln trotz dieses Rückschlags einen langen Atem und viel Erfolg bei ihrer Arbeit!

Schulen bundeswehrfrei machen

»Ich will nicht, daß Schüler lernen, Menschen zu töten«

Vor einem Jahr hat die Personalversammlung der Erzieher und Lehrer im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg einen Antrag verabschiedet, der eine Zusammenarbeit mit der Bundeswehr im Bildungsbereich grundsätzlich ablehnt und das Militär auffordert, jegliche Werbung an den Schulen im Bezirk zu unterlassen.

Mehr dazu im Interview mit Gökhan Akgün in der Jungen Welt http://www.jungewelt.de/2013/05-28/048.php