Bundeswehr und „Partner“

Na was steckt denn hinter dieser „Kooperation“? Wird die Bundeswehr künftig nur noch gesunde Bio-Produkte von REWE beziehen?
Nein, es geht um ganz handfeste Geschäfte und für die Bundeswehr um Sicherstellung ihrer Mannschaftsstärke trotz dünner Personaldecke, denn (überzählige) REWE Beschäftigte haben künftig die Möglichkeit bei der Bundeswehr „nützliche Erfahrungen für den regulären Job“ zu sammeln.

Vor kurzem schlossen das Bundesverteidigungsministerium und der Handelskonzern REWE eine „Kooperationsvereinbarung“, die die „gegenseitige Vermittlung von Beschäftigten“ vorsieht. REWE erklärte sich außerdem bereit, seine Mitarbeiter für militärische „Reservistendienste“ freizustellen, während die deutschen Streitkräfte zusagten, die Betreffenden dort einzusetzen, wo sie „nützliche Erfahrungen für den regulären Job“ sammeln können.

Die „Kooperation“ lohnt sich auch an anderer Stelle für REWE: Nicht nur die im Inland, sondern ebenso die in ausländischen Kriegsgebieten operierenden deutschen Militärs werden ausschließlich mit Waren aus dem Sortiment deutscher Handelskonzerne versorgt.

Ähnliche Abkommen gibt es mit der Dienstleistungsholding WISAG und auch die Deutsche Bahn AG und die Deutsche Post/DHL haben sich auf einen intensiven Personalaustausch mit der Truppe verständigt, um dem „Fachkräftemangel“ abzuhelfen. Bahn und Post haben bereits langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der „zivil-militärischen Zusammenarbeit“ und sind für die Logistik der Bundeswehr unverzichtbar.

Nun können sich aus der Bundeswehr ausscheidende Soldaten schon vor dem Ende ihrer Dienstzeit für Praktika bei REWE bewerben, „um sich für eine Anschlussbeschäftigung zu empfehlen“. Umgekehrt wird REWE ausscheidende Mitarbeiter über „militärische und zivile Karrieremöglichkeiten in den Streitkräften und in der Bundeswehrverwaltung“ informieren.

Während im Fall REWE zivile und militärische Laufbahn noch(!) trennbar sind, ist das bei der Post/DHL bereits schwerer: Aktuell betreibt die Post nach eigenen Angaben elf „Feldpostämter“ in den Operationsgebieten des deutschen Militärs, um die dort eingesetzten Soldaten mit Briefen und Paketen zu versorgen. Die unter anderem im Irak, in Afghanistan und in Mali stationierten Konzernmitarbeiter wurden zuvor von der Bundeswehr zu sogenannten Feldpostsoldaten ausgebildet; sie tragen Uniform und sind stets bewaffnet. Auch die von Bundesverteidigungsministerium und der DB AG ins Leben gerufene BwFuhrparkService GmbH stellt tausende von Nutzfahrzeugen für die Truppe bereit; das DB-Tochterunternehmen Schenker sorgt für den Nachschub in die diversen Kriegsgebiete.

Mehr dazu bei https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7422/
und http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58918
und vom 18.5.17 http://www.dpdhl.com/
und vom 11.10.17 http://www.bmvg.de/

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Über hiksch

Seit vielen Jahren engagiere ich mich bei den NaturFreunde, in der Friedens- und Anti-Atom-Bewegung und für einen fairen Welthandel.

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