Lachgummi, Toffifee und Dosenwurst für „unsere Krieger“

Schüler der 5. Klassen des Max-Born-Gymnasiums in Neckargemünd bei Heidelberg haben für ihre deutschen Soldaten in Afghanistan Bilder gemalt und Süßigkeiten und andere kleine Geschenke gesammelt und diese vor den Osterfeiertagen korrekt frankiert ins deutsche Felddlager im Kriegsgebiet geschickt.

Wie kommen 10-12 jährige Kinder auf so eine Idee? Natürlich gar nicht!
Die LehrerInnen an der Schule müssen die Kinder dazu überredet haben, wie auch das Kollegium das Porto für die süße Feldpost übernommen hat.

Was ist die Folge für die LehrerInnen, die sich weit vom Beutelsbacher Konsens, dem ausgewogenen Unterrichten, entfernt haben? Erstaunlicherweise jubelt die Lokalpresse und natürlich Abgeordnete von CDU und FDP. Linke und Friedensgruppen, die bei dem Freudenchor nicht mitgemacht haben stehen nun wegen Nestbeschmutzung unter Beschuss.

Das Verschicken von Osterpaketen an Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan Max-Born-Gymnasiums „unterstützt aktiv den Krieg der Bundeswehr am Hindukusch und instrumentalisiert Kinder für einen aktuellen militärischen Konflikt“, kritisiert Anja Lorenz vom Kreisvorstand Kraichgau-Neckar-Odenwald der Partei Die Linke. In ihrer Mitteilung vom 18.4. heißt es: Die Kleinen würden zu Akteuren in einem Konflikt gemacht, „dessen Tragweite sie noch gar nicht ermessen können“. Schlimmer noch sei aber, die Aktion setze voraus, dass die Kinder den Auslandseinsatz der Bundeswehr bejahten, die „Arbeit“ der Soldaten würdigten und den Soldatenstand als normalen Beruf empfänden, wenn sie ihn nicht sogar gegenüber zivilen Berufen idealisierten.“

Einzelne LehrerInnen wiesen darauf hin, dass die Aktion für die SchülerInnen freiwillig gewesen sei. Unklar blieb, ob die Möglichkeit einer Nichtteilnahme  in Parallelklassen während der Malstunden überhaupt angeboten wurde und ob sie genutzt worden ist.

Hoffentlich haben die unglaublichen 41 Kilogramm Leckereien bei den Soldaten wenigstens zu einem Unwohlsein in der Bauchgegend geführt …

Mehr dazu bei https://www.rubikon.news/artikel/versusster-krieg

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Über hiksch

Seit vielen Jahren engagiere ich mich bei den NaturFreunde, in der Friedens- und Anti-Atom-Bewegung und für einen fairen Welthandel.

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